In fast jeder Kampfsportart mit Gewichtsklassen gehört es dazu: Vor einem Kampf muss das Gewicht stimmen. Manche schaffen das mit etwas Disziplin in den letzten Wochen. Andere versuchen, in wenigen Tagen mehrere Kilo zu verlieren, mit Sauna, Schwitzanzug und ohne zu trinken.
Das zweite ist riskant. In diesem Artikel geht es darum, wie du vernünftig zum Wiegen kommst und was danach zählt.
Was „Gewicht machen“ eigentlich bedeutet
Gewicht machen heißt, zum Wiegen in einer bestimmten Gewichtsklasse zu liegen. Dabei gibt es zwei Wege: langsam Körperfett verlieren, über Wochen, oder kurzfristig Wasser aus dem Körper holen, über Tage oder Stunden.
Der erste Weg ist planbar und belastet den Körper wenig. Der zweite kostet Leistung und kann gefährlich werden.
Warum extremes Entwässern gefährlich ist
Wer stark entwässert, verliert nicht nur Gewicht, sondern auch Leistungsfähigkeit. Kreislauf, Konzentration und Wärmeregulation leiden. Im Kampfsport kommt dazu, dass du danach Treffer oder Würfe einstecken musst. Es gab weltweit Todesfälle im Zusammenhang mit extremem Gewichtmachen, deshalb haben einige Verbände ihre Regeln verschärft.
Wenn du Schwindel, Herzrasen, Verwirrtheit oder starke Kopfschmerzen bemerkst, brich ab und hol dir medizinische Hilfe.
Der bessere Weg: früh anfangen
- Realistische Gewichtsklasse wählen: Kämpfe dort, wo du mit normalem Training und normaler Ernährung in Reichweite bist.
- Wochen statt Tage: Wer rechtzeitig startet, kann langsam und ohne Hunger abnehmen und bleibt dabei leistungsfähig.
- Genug Eiweiß: Beim Abnehmen willst du Fett verlieren, keine Muskulatur. Eiweißreiche Mahlzeiten helfen dabei, satt zu bleiben.
- Keine Experimente in der letzten Woche: Keine neuen Produkte, keine neue Ernährung. Was du nicht kennst, testest du nicht vor einem Kampf.
- Mit Trainer planen: Ein erfahrener Trainer oder eine Ernährungsfachkraft kennt die Regeln deines Verbands und weiß, wie viel Zeit zwischen Wiegen und Kampf bleibt.
Kreatin in der Wettkampfphase
Kreatin kann das Körpergewicht leicht erhöhen, weil die Muskeln mehr Wasser speichern. Manche Kämpfer nehmen es deshalb vor einem Kampf nicht, andere planen das Gewicht einfach mit ein. Das ist eine Entscheidung für dich und deinen Trainer. Mehr dazu in Kreatin im Kampfsport.
Was tabu ist
Entwässerungstabletten und Abführmittel haben beim Gewichtmachen nichts verloren. Sie sind gesundheitlich riskant, und Diuretika stehen auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Auch kein Supplement hilft dir, in kurzer Zeit „sicher“ Gewicht zu verlieren. Wer so etwas verspricht, verspricht zu viel.
Nach dem Wiegen: in Ruhe auffüllen
Zwischen Wiegen und Kampf liegen je nach Verband wenige Stunden oder ein ganzer Tag. Diese Zeit ist wichtig.
- Trinken, aber in Schlucken: Über Stunden verteilt statt einer Flasche auf einmal.
- Mineralstoffe mitnehmen: Mit dem Schweiß hast du auch Elektrolyte verloren. Kalium und Magnesium tragen zu einer normalen Muskelfunktion bei, Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Dafür eignet sich unser Elektrolyte Pulver oder die Elektrolyt Komplex Tabletten.
- Gewohnt essen: Eine leichte, kohlenhydratreiche Mahlzeit, die du kennst und gut verträgst. Kein Fast Food, das du sonst nie isst.
- Eiweiß nicht vergessen: Ein leichter Shake wie Clear Whey liegt weniger schwer im Magen als eine große Portion Fleisch.
Für Jugendliche gilt: kein Gewichtmachen
Wer noch wächst, sollte in der Gewichtsklasse kämpfen, in der er gerade ist. Kurzfristiges Abnehmen oder Entwässern vor einem Turnier ist für Kinder und Jugendliche keine Option.
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